Das Weingut - Geschichte und Philosophie
Der RHEINGAU, ein kaum fünf Kilometer breiter, gesegneter Landstrich, im Norden von dem fast 600 Meter hohen Gebirgskamm des Taunus gegen die rauhen Winde geschützt und nach Süden bis zu den Ufern des Rheines sanft sich neigend, ist dank seines milden Klimas und seiner fruchtbaren Böden für den Weinbau geradezu hervorragend geeignet.
Die Mainzer Erzbischöfe, von Kaiser Otto II im Jahr 983 mit Hoheitsrechten über den Rheingau ausgestattet, förderten den seit dem aus dem ausgehenden 8. Jahrhundert hier überlieferten Weinbau, tatkräftig unterstützt durch die im 12. Jahrhundert gegründeten Klöster Johannisberg und Eberbach, von denen starke Impulse zur Pflege des Weines in Weinberg und Keller ausgingen. Ihnen verdanken wir den konsequenten Anbau der 1435 erstmalig erwähnten Rieslingsrebe, sowie die Kabinettweine und Spätlesen, die zum Ruhm des Rheingauer Weines entscheidend beitrugen.
RAUENTHAL, dessen Weinberge erstmalig 1211 in einem Güterverzeichnis des Klosters Eberbach erscheinen, wurde im 12. Jahrhundert zum Zwecke der Rodung des zwischen den rauhen Tälern des Walluf- und Sülzbaches liegenden Rauenthaler Berges gegründet. Der Erzbischof erteilte den Siedlern die Rodungsbewilligung mit der Auflage, dass für ewige Zeiten jährlich von der Rute (18,75 qm) ein Schoppen (0,49 Liter) Most - dies waren vom gesamten Berg jährlich 10.240 Liter - an seine Hofkammer abzuliefern seien, was über 600 Jahre lange bis zur Ablösung im Jahr 1823 auch geschah.
Auf den berühmten Rauenthaler Weinmärkten des 16. bis 18. Jahrhunderts wurde jedes Jahr etwa die Hälfte der Ernte vor allem von norddeutschen und holländischen Kaufleuten übernommen und mit den Rheinschiffen oder Pferdefuhrwerken in entfernte Städte gebracht. An den Tafeln der europäischen Fürstenhäuser schätzte man den Rauenthaler Wein und auf der Pariser Weltausstellung im Jahr 1867 wurde er zum besten Wein der Welt erklärt. Auch heute zählen die Rieslingsweine des Rauenthaler Berges dank ihrer edlen Würze, ihres feinen Duftes und ihrer harmonischen Säure zu den Spitzenweinen des Rheingaues.
Die FAMILIE WAGNER ist seit Jahrhunderten mit dem Rauenthaler Weinbau verbunden. 1609 besitzt Clos (Nikolaus) Wagner 21 Weinberge in den Lagen Baiken, Gehrn, Wieshell, Langenstück, Rothenberg, Geierstein, Pfaffenberg, Alzern und Eisweg, wie aus einem alten Weinzinsregister zu ersehen ist.
Diesem Clos Wagner folgten inzwischen dreizehn Generationen, die ohne Unterbrechung die mit dem Namen Wagner verbundene weinbauliche Tradition bis auf den heutigen Tag fortführen und in guten wie in schlechten Zeiten ihre von den Vätern ererbten Weinberge pflegten und bebauten.
Zwei im Jahr 1894 in Petersburg/Russland und in Dresden für eine 1893er Rauenthaler Auslese zuerkannte Silbermedaillen krönten den Erfolg dieser Arbeit. Diese Auszeichnungen verpflichten auch uns heute zu einer qualitätsbewussten Bewirtschaftung unserer Weinberge und zum sorgfältigen Ausbau der dort geernteten Weine, was uns für zwei Weine des Jahrgangs 2000 nochmals mit einer Goldenen Medaille belohnte.
Unsere WEINE, auf einer Fläche von ca. 4 Hektar ausgebaut, werden zu 85 % aus der Rebsorte "Riesling" und zu 15 % aus der Rebsorte "Spätburgunder" hergestellt. Besonderen Wert legen wir auf umweltschonenden und qualitätsbewussten Weinbau, eine Philosophie, die für alle Schritte der Weinherstellung gilt.
Ebenfalls stellen wir Sekte aus eigenen Weinen her. |
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